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AUTHOR
Uwe Raven
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Sozialisation, Sozialisatorische Praxis, Familie
2015
Am Ende des vorangegangenen Kapitels hatten wir die Frage gestellt, wie das jeweilige Subjekt in seiner Einzigartigkeit uberhaupt entstehen kann. Es gilt also nun zu klaren, wie sich die abstrakte Konstruktion des Subjekts mit ihren vier Strukturebenen in ein ‚lebendiges Modell‘ einbringen lasst, das uns zeigt, Wie wir zu dem werden, was wir sind (Garz/Zizek 2015).
Lebenspraxis – Krise und Routine
2015
Von zentraler Bedeutung fur die Architektonik des Oevermannschen Theoriegebaudes sind die Begriffe Lebenspraxis, Krise und Routine. Zunachst ist deshalb zu klaren, was den strukturtheoretischen Begriff von Lebenspraxis von dem sich zunachst aufdrangenden alltagssprachlichen Begriffsverstandnis unterscheidet, dass Menschen selbstverstandlich die fur ihr Leben bzw. Uberleben notwendigen Dinge erledigen mussen.
Zur Methode: Die Objektive Hermeneutik
2015
In diesem Kapitel geht es um die Erforschung, d. h. die Erschliesung von ‚Ausdrucksgestalten‘ menschlicher, d. h. sinnhaft gebildeter Realitat, wobei mit Ausdrucksgestalt jeglicher Niederschlag menschlicher Lebenspraxis gemeint ist – also dasjenige, das dem Forscher fur eine Untersuchung vorliegen muss: Ein Interview, ein Foto, ein Film, ein Bericht des Jugendamts usw. Das generelle Ziel dieser Forschung besteht dann darin, „aus der detaillierten, unvoreingenommenen, nicht von vornherein selektiv verfahrenden Betrachtung eines Einzelereignisses (…) dessen allgemeine Struktureigenschaften zu erschliesen“ (Oevermann 2000b, S. 117).
Bewährung: Historische Generation und Religion
2015
Das gegen Ende des letzten Kapitels beschriebene Konzept der Ablosungskrise der Adoleszenz soll hier noch einmal aufgegriffen und im Hinblick auf die Frage nach der Bewahrung (des eigenen Lebens) diskutiert werden; dazu wird es auch notig, es in den zuvor bereits angesprochenen Kontext von Generation und den der Religion zu stellen. Die folgende Beobachtung lasst sich als Ausgangspunkt der Verbindung von Bewahrung, Generation und Religion verstehen: Die beschriebene, in der Regel krisenhafte Ablosung von der Herkunftsfamilie ist namlich in verschiedenen Hinsichten auserst folgenreich.