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Immanuel Ott
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Das kompositorische Verfahren in Jean Moutons Quadrupelkanon Nesciens mater virgo virum
2012
Anhand der kompositorischen Probleme, die sich bei der Konzeption mehr als zweistimmiger Kanons ergeben, wird der Frage nachgegangen, wie der konkrete Kompositionsprozess um 1500 ausgesehen haben konnte. Eine Analyse von Jean Moutons Motette Nesciens mater zeigt, dass die Wechselwirkungen zwischen Kanonkonzeption, Klangfolge und melodischer Gestaltung eine simultane Kompositionsweise voraussetzen, in der die Klangfolge wechselnde Verhaltnisbestimmungen als Resultat und Voraussetzung der kontrapunktischen Konfiguration erfahrt: Der Wechsel von der Sukzessiv- zur Simultankonzeption erscheint in Bezug auf komplexe Kanonbildungen als ein verfahrenstechnisches Erfordernis.
Kombination und Rekombination in der Renaissance
2020
Ein hervorstechendes Merkmal der Musik des 15. und 16. Jahrhunderts ist die Verwendung von praexistenter Musik als Grundlage oder Ausgangspunkt einer neuen Komposition. Solche Werke lassen sich anhand zweier grundsatzlich unterschiedlicher Herangehensweisen unterscheiden, die jeweils eigene kompositionstechnische Probleme nach sich ziehen: Einerseits finden sich Kompositionen, die auf additiven Prozessen und kontrapunktisch anspruchsvollen Strukturen wie Kanons basieren, andererseits solche, in denen eine meist mehrstimmige Vorlage fragmentiert und ihre Bestandteile zu einer neuen Komposition rekombiniert werden. Im vorliegenden Artikel wird diese Unterscheidung ausgehend von Detailanalysen…