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RESEARCH PRODUCT

Veränderung von Inzidenz und Mortalität von Kopf-Hals-Malignomen in Rheinland-Pfalz, 2000–2009

D. KoutsimpelasSylke Ruth ZeissigMaximilian KrügerC. SimonKatharina EmrichSusanne SingerMeike RessingO. Bayer

subject

Gynecologymedicine.medical_specialtyOtorhinolaryngologybusiness.industryIncidence (epidemiology)MedicineHuman papillomavirusbusinessMortality trends

description

Hintergrund: Epidemiologische Daten zu Kopf-Hals-Malignomen werden trotz ihrer anatomisch-histologischen Heterogenitat oft aggregiert berichtet. In Deutschland gibt es bisher nur wenige Studien, die Trends von Inzidenz und Mortalitat detailliert nach Tumorentitaten analysiert haben. Weiterhin ist wenig daruber bekannt, ob die Inzidenz von HPV-assoziierten Tumorentitaten der Kopf-Hals-Region zugenommen hat. Methoden: Anhand von Krebsregisterdaten aus Rheinland-Pfalz von 2000–2009 wurden altersstandardisierte Inzidenz- und Mortalitatsraten fur alle Kopf-Hals-Tumorentitaten einzeln und nach Lokalisationsgruppen, die HPV-assoziiert sein konnten, berechnet. Zeitliche Trends wurden mittels Joinpoint-Regression analysiert und als jahrliche prozentuale Veranderung (JPV) dargestellt. Ergebnisse: Im Studienzeitraum wurden 8055 Neuerkrankungs- und 3177 Sterbefalle registriert. Die Inzidenz von Kopf-Hals-Malignomen nahm bei Frauen zu (JPV:+2,2%), bei Mannern geringfugig ab (−0,9%). Die Inzidenz von Malignomen der Mundhohle (+2,7%) und des Oropharynx (+3,6%) nahm bei Frauen signifikant zu, wahrend bei Mannern Hypopharynx- (− 3,4%) und Larynxtumoren (− 2,7%) abnahmen. Manner und Frauen erkrankten zunehmend haufig an Malignomen, die aufgrund der Lokalisation wahrscheinlich mit HPV-assoziiert sind (Manner:+3,3%, Frauen:+4,3%). Bei beiden Geschlechtern zeigte sich ein Ruckgang der Mortalitat durch Larynxkarzinome (Manner:−5,8%, Frauen:−9,1%). Schlussfolgerung: Eine nach Lokalisationen detaillierte Analyse der Kopf-Hals-Malignome zeigte signifikante und oft gegenlaufige Trends bei Mannern und Frauen, sowohl bei Inzidenz als auch Mortalitat. Der Anstieg der Inzidenz von wahrscheinlich HPV-assoziierten Tumoren stellt ein wichtiges Argument fur die Einfuhrung einer routinemasigen Bestimmung des HPV-Status bei Kopf-Hals-Malignomen dar.

https://doi.org/10.1055/s-0034-1390455