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RESEARCH PRODUCT

Prä- und postnatales Nierenscreening im Vergleich: eine Analyse von 34.450 Neugeborenen des Geburtenregisters Mainzer Modell

Klaus SchlaeferR SchumacherGabriela StolzAwi WieselA Queisser-luft

subject

Gynecologymedicine.medical_specialtybusiness.industryFollow up studiesKidney pathologyEndocrinologyBirth registerRecien nacidoInternal medicinemedicineRadiology Nuclear Medicine and imagingStatistical analysisCongenital diseaseUltrasonographybusinessKidney abnormalities

description

Zielsetzung. Fehlbildungen des internen Urogenitalsystems sind haufig und stellen die zweithaufigste Organkategorie dar. Anhand des Mainzer Geburtenregisters werden populationsbezogene Pravalenzen von Nierenfehlbildungen, die Sensitivitat des pranatalen Ultraschalls und die Haufigkeit operationsbedurftiger Befunde ermittelt. Material und Methode. Im Zeitraum von 1990–2001 erhielten alle in Mainz geborenen Kinder neben einer klinischen Untersuchung eine Ultraschalluntersuchung der ableitenden Harnwege. Bei Totgeborenen, Spontanaborten (≥15. SSW) und induzierten Aborten wurden die Befunde der Pathologie in die Erfassung einbezogen. Seit 1996 (nach Einfuhrung des Fehlbildungsschalles in die Mutterschaftsrichtlinien am 1.4.1995) war es moglich, neben postnatale auch pranatale Befunde der ableitenden Harnwege zu dokumentieren. Alle Kinder mit einem pathologischen Ultraschallbefund wurden retrospektiv analysiert und Daten uber das Follow-up, besonders uber die Operationsbedurftigkeit der Nierenfehlbildung, erhoben. Ergebnisse. Im Zeitraum von 1990–2001 wurden 34.450 Kinder untersucht. Davon hatten 407 Kinder (1,2%) eine Nierenfehlbildung. Im Untersuchungskollektiv von 1996–2001 hatten bei 13.162 Kindern 194 Kinder (1,5%) einen pathologischen und 225 Neugeborene (2,07%) einen kontrollbedurftigen Befund. Am haufigsten wurden Doppelniere, Hydronephrose und Megaureter diagnostiziert. Operationsbedurftige Befunde konnten bei 22 Kindern (12,8%) festgestellt werden. Die Sensitivitat des pranatalen Ultraschalls lag bei 36% und die Spezifitat bei 99%. Schlussfolgerung. Die pra- und postnatale Ultraschalluntersuchung der Niere stellen insgesamt 2 sich erganzende Untersuchungsmethoden dar. Die pranatale Untersuchung erkennt nahezu alle Nierenfehlbildungen, die nicht mit dem Leben vereinbar sind. Das postnatale Nierenscreening ermoglicht die Erfassung pranatal nicht diagnostizierter Fehlbildungen. Keine der beiden Untersuchungen kann die andere ersetzen. Die Pravalenz der Nierenfehlbildung entspricht in etwa der Pravalenz der angeborenen Huftluxation. Daher sollte ein bundesweites Nierenscreening ernsthaft diskutiert werden.

https://doi.org/10.1007/s00117-002-0773-7