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RESEARCH PRODUCT

Prätherapeutisches Staging und der interdisziplinäre Therapieansatz bei malignen Weichteiltumoren — Ergebnisse der Registerstudie der CAO

C. KettelhackF. KrummenauerM. SchönfelderTheodor JungingerP. HermanekH. RieskeHans-detlev Saeger

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Ziel: Ziel der Weichteiltumor-Registerstudie der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Onkologie (CAO) der Deutschen Gesellschaft fur Chirurgie war die Erfassung des aktuellen multimodalen Therapiekonzepts bei malignen Weichteiltumoren. Methodik: In einem Zeitraum von 19 Monaten konnten die Daten von 292 Patienten mit der Primarmanifestation eines malignen Weichteiltumors aus 99 Kliniken prospektiv erfast werden und die individuelle Behandlungsstrategie von Krankenhausern unterschiedlichen Versorgungsgrades evaluiert werden. Ergebnisse: 18% der Patienten wurden vor definitiver chirurgischer Therapie unzureichend vorbehandelt, uberwiegend in Form einer nicht-onkologischen Tumorexzision. Diese erfolgte zu 50% ambulant. Lediglich bei 61% der Patienten erfolgte vor der definitiven chirurgischen Therapie eine morphologische Diagnostik. Bei den hierbei angewandten Biopsietechniken wurde die Inzisions- und Exzisionsbiopsie favorisiert. Inbesondere wurden 84% der T1-Tumoren exzisional biopsiert, jedoch erfolgte diese auch bei 45% der ausgedehnten T2-Tumoren unberucksichtigt einer erschwerten diagnostischen wie auch intraoperativen Detektion von Resttumorgewebe. Die definitive chirurgische Therapie erfolgte bei 96% der Extremitatentumoren in Form eines extremitatenerhaltenden Eingriffs. Die Haufigkeit einer R0-Resektion unterschied sich hierbei an den Kliniken unterschiedlichen Versorgungsgrades nicht signifikant, jedoch kamen lokal ausgedehntere Verfahren und additive Masnahmen an Universitatskliniken haufiger zur Anwendung. Trotz vermehrt eingeschrankter Radikalitat wurden additive Therapien an Krankenhausern der Grundversorgung vergleichsweise selten eingesetzt. Die Indikation zur adjuvanten Strahlentherapie differierte. So erscheint die derzeitig praktizierte Indikationsstellung zur adjuvanten Therapie bei high-grade Tumoren nach weiter Exzision nicht ausreichend (45%), wahrend nach der radikalen Kompartmentresektion eine adjuvante Strahlentherapie oft scheinbar unkritisch zur Anwendung kommt (35%). Bei Tumoren des Korperstamms und des Retroperitoneums waren Tumorresektionen mit adaquatem Sicherheitsabstand vergleichsweise selten moglich. Die Indikation zu einer adjuvanten Therapie erwies sich als sehr inhomogen und erfolgte hier trotz geringerer Radikalitat nicht haufiger. Folgerung: Ansatzpunkte fur eine Verbesserung der Behandlungsqualitat: 1. Vermeidung einer inadaquaten Vorbehandlung durch fruhzeitige Einweisung in Zentren mit spezieller Kompetenz. — 2. Entwicklung von Leitlinien zur Vereinheitlichung der Behandlungskonzepte. — 3. Konsequente Dokumentation und Evaluation der Behandlungsergebnisse

https://doi.org/10.1007/978-3-642-55715-6_317