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RESEARCH PRODUCT

Experimentelle Untersuchungen über die Resorptionsfähigkeit des Stratum synoviale

J Ruckes

subject

Gynecologymedicine.medical_specialtyChemistryAbsorption capacitymedicine

description

Unsere Versuche zeigen, das das Stratum synoviale eine gute Resorptionsfahigkeit besitzt. Eine intraartikular injizierte wasrige Losung wird innerhalb von 20–25 min in die Blutbahn aufgenommen. Durchblutung und Resorption unterliegen den gleichen vegetativ nervosen Regulationen wie in anderen Korpergebieten. Sie konnen durch eine Entzundung an gelenkfernen Gebieten, reflektorisch durch eine Entzundung der Haut uber dem Gelenk, durch ortliche oder intravenose Injektion von Adrenalin, durch eine Barbituratnarkose und Muskelrelaxantien im Sinne einer Verzogerung beeinflust werden. Cortison hat am gesunden Stratum synoviale keinen Einflus auf die Resorption. Jede Entzundung des Stratum synoviale fuhrt uber eine Irritation des Endstrombahngebietes zu einer Resorptionsverzogerung, wobei diese von Art und Grad der Entzundung abhangig ist. Bei einem pH von 4,6 und bei Anwendung eines bestimmten Druckes wird die Resorption durch Hyaluronidase uber eine verbesserte Diffusion zum Kapillar-system anfanglich gesteigert. Eine sekundar durch Hyaluronidase ausgeloste Entzundung jedoch, die sich in Form von Odem, Hyperamie, petechialen Blutungen und masiger granulozytarer Infiltration manifestiert, verzogert die Resorption, wobei sich aber mit dem Abheilen der Entzundung wieder normale Werte einstellen. Bei einer durch Formalin erzeugten Arthritis findet man eine oberflachliche Koagulationsnekrose der Synovialzellschicht und der in ihr liegenden Gefase, die vom subsynovialen Gewebe langsam durch Organisation resorbiert wird. In allen Stadien dieser Entzundung, beobachtet vom 1.–12. Tage nach der Injektion, findet man eine betrachtliche, etwa in gleicher Hohe bestehenbleibende Resorptionsverzogerung. Im Vordergrund der allergisch-hyperergischen Arthritis steht eine Gefasalteration, die 24 Std nach Auslosung der Antigen-Antikorperreaktion zu einer Resorptionssperre fuhrt. Zu diesem Zeitpunkt findet man bei einer hochgradigen, odematosen Auflockerung des Synovialgewebes Gefaswandnekrosen und eine massive granulozytare Infiltration. Die Synovialzellschicht ist vollig abgeschilfert. Mit dem Abheilen der Entzundung nahern sich auch die Resorptionswerte wieder der Norm. Aus den Versuchen wird der Schlus gezogen, das im Mittelpunkt einer „Gelenkerkrankung“ eine Alteration des Stratum synoviale stehen mus, die uber eine Anderung der Sekretion bzw. Resorption zu Funktionsstorungen im Gelenk fuhrt.

https://doi.org/10.1007/bf00384326