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Kristall- und Atomuhren

Werner Herzog

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Bereits die Zeitmessung im burgerlichen Leben ist nicht ganz einfach. Man braucht dazu zwei Dinge. Einen Fixpunkt oder Nullpunkt und ein Gerat, das die Zeit zwischen zwei Fixpunkten genau einteilt. Man hat schon sehr fruhzeitig erkannt, das die Sonne keineswegs ein brauchbarer Zeitmesser ist, und hat eine „Mittlere Sonne“eingefuhrt, die sich gleichmasig im Aquator bewegt. Auch die Fixpunkte bieten Schwierigkeiten, denn der Fruhlingspunkt der wahren Sonne und der definierte, entsprechende Fixpunkt der „mittleren Sonne“sind am Himmel nicht fest, und ihre Bewegungen mussen daher genau festgestellt werden. Die Astronomen verwenden die Sternzeit, die sich aus den Meridiandurchgangen der Sterne ergibt. Je nach dem apparativen Aufwand lassen sich die Sterndurchgange mit ziemlicher Genauigkeit bestimmen. Man kann mit einem Fehler von einigen 10–8 rechnen. Mitden Pendeluhren [87] waren — verglichen mit den heutigen Moglichkeiten — nicht allzu hohe Genauigkeiten zu erreichen, so das ein solcher Fixpunkt allen Anspruchen genugte. Die zufalligen Gangschwankungen der Pendeluhren werden sehr verschieden angegeben (± 0,002 ··· ± 0,02 sek/Tag). Nehmen wir 0,01 sek/Tag, so bedeutet dieses einen Fehler von 1 · 10–7.

https://doi.org/10.1007/978-3-642-48060-7_9