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RESEARCH PRODUCT

‘Der Abruf ist unterwegs, hat nur eine kleine Verspätung’. Todesnähe in Alfred Gongs GedichtbandGnadenfrist

Natalia Shchyhlevska

subject

Linguistics and LanguageLiterature and Literary TheoryLanguage and Linguistics

description

AbstractDer Beitrag widmet sich der Thematik des Todes im letzten Gedichtband Gnadenfrist (1981) des judisch-deutsch-amerikanischen Schriftstellers Alfred Gong (1920–1981). Angesichts des eigenen Todes drangen sich dem Autor Erinnerungen an die blutige Realitat des Holocaust auf. Diese Bilder und Angste werden mithilfe des Ruckgriffs auf griechische und germanische Mythologie sowie auf die judische und christliche Tradition verarbeitet. Das dichterische Schreiben in extremis evoziert dabei drei thematische Aspekte: Todesnahe im autobiografischen Zyklus ‘Entichtes Ich’, Ringen der Toten um Erinnerung im Zyklus ‘Pentimenti’ und Verganglichkeit und Jenseitsvorstellungen im Zyklus ‘Verdammerung’. Die ausfuhrliche Analyse mehrerer Gedichte dokumentiert den Gemutszustand eines Totgezeichneten, der sein Leben Revue passieren lasst und sich seiner Verganglichkeit und Nichtigkeit bewusst wird. Angesichts dieser Unentrinnbarkeit scheint der Autor im dichterischen Schreiben Zuflucht zu finden, indem er seinen Tod im...

https://doi.org/10.1179/0078719114z.00000000077