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F wie Fake News – Phatische Falschmeldungen zwischen Propaganda und Parodie

Bernd Zywietz

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Hoaxmedia_common.quotation_subjectFake newsArtHumanitiesmedia_common

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Bei aller Kritik am Begriff und den Zweifeln an der wesenhaften Neuigkeit des Phanomens ist das Etikett „Fake News“ insofern sinnvoll, als solche weniger Ursache denn Symptom einer aktuellen (Problem-)Situation sind. Diese betrifft nicht nur den Ruf und die Rolle von Journalismus in der digitalmedialen Welt oder die Regeln offentlicher Kommunikation im Social Web, sondern den Stellenwertwandel publizistischer Faktizitat. Ausgehend vom Kernbegriff der Falschung fasst der Beitrag Fake News als aktuelle Erscheinungsformen eines, selbst im Falle etwa von Verhetzung, quasi-ironischen Spiels mit der Gattung „Nachricht“ und ihren konventionell-stilistischen Authentizitatsmarkern auf. Jenseits des propagandistischen Einsatzes, diesen aber pragend, sind sie starker handlungstheoretisch und soziokulturell funktionalistisch in den Blick zu nehmen. Vergleichbar Internet-Memes gilt es, Fake News als Mittel phatischer Gemeinschaftsbildung und kollektiver Selbstverstandigung mit bestenfalls gestischem Wahrhaftigkeitsanspruch zu verstehen. Dem ist folglich mit (Gegen-)Fakten, Warnhinweisen oder Medienkritikkompetenzbildung nur begrenzt beizukommen.

https://doi.org/10.1007/978-3-658-22118-8_5