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RESEARCH PRODUCT
Zur Einschleppung und Ausbreitung der Fichtengallenläuse im Ammerländer Baumschulgebiet(Homoptera: Adelgidae)
August Wilhelm Steffansubject
BotanyBiologyAgronomy and Crop Sciencedescription
Zusammenfassung Von den etwa 20 in Mitteleuropa vorkommenden Arten der Blattlausfamilie Adelgidae (Homoptera: Aphidina) werden fur das Ammerlander Baumschulgebiet in Nordwest-deutschland 15 Vertreter nachgewiesen. Zum Teil handelt es sich dabei um gefahrliche Schadlinge an den Koniferen-Kulturen. Nur eine Art, Pineus pint, die an der auf Sand-boden des Geestlandes heimischen Pinus silvestris lebt, wird als endemisch betrachtet. Die anderen 14 Arten werden drei Herkunftsgruppen zugeteilt: 1. Arten, die aus den Gebirgs-und Hochgebirgswaldern des sudlichen Mitteleuropas eingeschleppt worden sind: Eopineus pineoides, Pineus cembrae, Dreyfusia piceae, Cholodkovskya viridana, Adelges geniculates, Adelges tardus, Adelges laricis, Sacchipbantes abietis, Sacchiphantes viridis; 2. Arten, die aus dem Kaukasus-Gebiet stammen: Pineus orientalis, Dreyfusia nordmannianae; 3. Arten, die mit ihren Wirtspflanzen aus Nordamerika herubergebracht worden sind: Eopineus strobi, Gilletteella cooleyi, Gilletteella coweni. Von den an mittelcuropaischen Abietaceae-Species lebenden Fichtengallenlaus-Arten sind fast alle auch nach Nordwestdeutschland eingeschleppt worden. Beim Import der aus Nordamerika stammenden Koniferen-Arten wurde nur ein Teil der zugehorigen Adelgidae-Species eingefuhrt. Von den im Himalaya-Gebiet und in Ostasien an Koniferen lebenden Vertretern dieser Familie gelangten trotz Imports vieler ihrer Wirtspflanzen bisher noch keine nach Europa. Hinsichtlich der Befallsweise und Schadlichkeit an Koniferen des Ammerlander Baum-schulgebietes konnen die dort vorkommenden Adelgidae-Species drei Gruppen zugeordnet werden: 1. Arten, deren Wirtspflanzen im Baumschulgebiet auserhalb der Kulturen nicht angepflanzt und die nur gelegentlich mit Pflanzmaterial eingeschleppt werden: Eopineus strobi, Pineus cembrae, Pineus orientalis, Dreyfusia picea, Dreyfusia nordmannianae; 2. an-holozyklisch-paramonozische Arten, deren Wirtspflanzen im Baumschulgebiet auser in Kulturen auch in Windschutzhecken, Parkanlagen etc. angepflanzt werden und die von diesen Reservoiren aus immer wieder die entsprechenden Wirtspflanzen in den Kulturen befallen konnen: Pineus pini, Eopineus pineoides, Adelges tardus, Sacchiphantes abietis, Adelges geniculatus, Cholodkovskya viridana, Gilletteella coweni; 3. holozyklisch-heterozische Arten, deren Primar- und Sekundarwirtspflanzen auser in Kulturen auch in Windschutzhecken, Parkanlagen etc. angepflanzt werden und die von diesen Reservoiren aus immer die entsprechenden Wirtspflanzen in den Kulturen befallen und zwischen diesen und den Hecken regelmasig ihren Wirtswechsel vollziehen konnen: Adelges laricis, Gilletteella cooleyi, Sacchiphantes viridis. Es wurde festgestellt, das die in den Ammerlander Baumschulen haufigsten und schad-lichsten Adelgidae-Species den Gruppen 2 und 3 angehoren. Ihre Befallsstarke steht meist in Beziehung zur Haufigkeit des Vorkommens ihrer Wirtspflanzen in Daueranpflanzungen in der Nahe der Baumschulkulturen. Es wird darum vorgeschlagen, fur die Anlage von Windschutzhecken im gesamten Baumschulgebiet anstelle von Koniferen geeignete Laub-holzer zu verwenden. Ferner muste im Baumschulgebiet auch in den privaten und offent-lichen Garten und Parkanlagen die Anpflanzung derjenigen Abietaceae- Species einge-schrankt werden, die als Wirtspflanzen von Fichtengallenlaus-Arten dienen konnen. Die fur das Ammerland ermittelten Beziehungen zwischen Befallsintensivitat der Koniferen-Kulturen durch Adelgidae-Species und dem sonstigen Daueranbau von Koniferen gelten prinzipiell auch fur die Baumschulen und Pflanzgarten anderer Gebiete.
year | journal | country | edition | language |
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1971-01-01 | Anzeiger für Schädlingskunde und Pflanzenschutz |