6533b7d7fe1ef96bd1268ccf
RESEARCH PRODUCT
Die Genesis des Individuellen Gegenstandes und die Stufen der Modalisierung
Olav K. Wiegandsubject
description
Die Darstellungen im ersten Teil dieser Untersuchungen zu Husserls Begriff der Mathesis Universalis beschrieben diese als ganzlich algebraisierte Wissenschaft. Die fur sie charakteristische Stufe formalisierender Abstraktion bezieht sich auf ganze konkrete Theorien. Dabei werden deren strukturelle Eigenschaften festgehalten, die sachhaltige Natur moglicher konkreter Individuenbereiche und der in diesen erklarten Beziehungen — d. h. die sachhaltige Natur der Modelle der Theorie — bleibt variabel. Dieses abstrahierende Vorgehen fuhrte zur Verschmelzung von abstrakter Logik und Mathematik im Sinne einer methodischen Angleichung, aber auch im Sinne eines gemeinsam, nur in anderer Einstellung betrachteten Gegenstandsbereichs ganzlich inhaltsleerer Individuen. Letztere werden im Rahmen der reinen Mannigfaltigkeitslehre zu reinen Formbegriffen, zu “Ableitungsgestalten des Etwas-uber-haupt”. Diese Extensionsgleichheit von abstrakter Logik und formaler Ontologie in der Mathesis Universalis muste jedoch mit Einfuhrung des Begriffs der Kritik in Kapitel III prazisiert werden: Eine in logisch-semantischer Reflexion entstehende formale Logik kann ihren Formenbestand lediglich im Nachzeichnen kategorialer Formungen vorhandender Sprache erweitern. Hier steht zunachst die naturliche Sprache zur Verfugung, deren kategoriale Formen jedoch noch nicht die scharfen Begriffe mathematischer Sprache sind. Die moderne mathematisierte Logik erweitert ihre Formen in der (expliziten oder impliziten) Reflexion auf den Formenbestand der Sprache der formalen Mathematik. Der Begriff der Kritik verweist die phanomenologische Analyse der formalen Logik in diesem Sinne auf eine genetische Analyse der kategorialen Abstraktion des Mathematikers, und diese wiederum verweist auf den sprachlichen Gebrauch kategorialer Form, der diese selbst nicht explizit erfast. Es ist demnach im folgenden eine Analyse derjenigen kognitiven Prozesse durchzufuhren, die im Resultat kategoriale Form fur sich zur Gegebenheit bringen und mit der “Urkonstitution” kategorialer Form im Bereich der Rezeptivitat einsetzen.
| year | journal | country | edition | language |
|---|---|---|---|---|
| 1998-01-01 |