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Die dynamische Reduktion

Werner Janzarik

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In depressiven Psychosen ist die dynamische Konstellation, wenigstens im Regelfall, einformig, wenig variabel und auch in den Variationen von Fall zu Fall und im Verlauf der Psychose weitgehend gleichartig. Sie ist vornehmlich gekennzeichnet durch emotionale und intentionale Verarmung und Erstarrung, durch eine Befindlichkeit, die durch die von Jessen und Griesinger benutzte Formel eines Insichseins besonders gut veranschaulicht wird, weil darin auch etwas von der Richtung des dynamischen Geschehens, namlich der depressiven Einengung, die mehr ist als blose Erstarrung und Verarmung, zum Ausdruck kommt. Wir haben die fur depressive Psychosen kennzeichnende Konstellation als dynamische Reduktion beschrieben. Nennenswert beeintrachtigt wird die Regelhaftigkeit der von Schwermut, seelischer Erstarrung, Antriebs- und Gefuhlsverlust bestimmten dynamischen Storung lediglich durch die Angst, die besonders fur die eigentlich wahnhafte Ausgestaltung der depressiven Themen wichtig zu sein scheint, und die bei starkerer Auspragung in die sonst so geschlossenen depressiven Bilder ein unberechenbares und fremdes Element hineintragen kann.

https://doi.org/10.1007/978-3-662-11589-3_4