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RESEARCH PRODUCT
Medienpädagogische Maßnahmen gegen Mediengewalt
Michael Kuncziksubject
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Sozialwissenschaftliche Forschung soll, wie bereits Max Weber in Vom Inneren Beruf der Wissenschaft forderte, (auch) praktisch verwertbare Ergebnisse erbringen. Es ist zu fragen, worin der Nutzen der Medien- und Gewalt-Forschung besteht? Was fur medienpadagogische Masnahmen sind aufgrund von Forschungsergebnissen erarbeitet worden, um mogliche negative Wirkungen von Gewaltdarstellungen zu verhindern oder abzuschwachen? Befunde zur Wirkung von Mediengewalt sollten in die medienpadagogische Praxis umsetzbar sein. Die Wirkungen derartiger Masnahmen wiederum muss empirisch uberpruft werden. Dabei sind bei der Erforschung der Wirksamkeit medienpadagogischer Masnahmen durch Eltern und Schulen (Lehrplane und Programme) in letzter Zeit vor allem in Deutschland deutliche Fortschritte erzielt worden. Damit verbunden ist ein Wandel der Medienpadagogik. Masnahmen zur Verhinderung bzw. Abschwachung negativer Effekte von Mediengewalt basierten bis in die 80er Jahre vor allem auf subjektiven padagogischen Erfahrungen, weil kaum fur die medienpadagogische Praxis verwertbaren Forschungsbefunde vorlagen. Hinzu kam, dass die Lehrer zumeist kaum medienpadagogisch ausgebildet worden waren. Haufig mussten (bzw. mussen oft noch immer) derartige Kenntnisse im Selbststudium erworben werden. Im Folgenden wird auf schulische und elterliche Masnahmen eingegangen – nicht berucksichtigt werden die Wirkungen von in den Medien verbreitetet Anti-Gewalt-Botschaften sowie von Masnahmen der Klassifizierung von Inhalten z. B. durch Altersbeschrankungen. Bei Altersklassifizierungen besteht allerdings immer die Gefahr, dass als nicht geeignet klassifizierte Inhalte allein dadurch, dass vor ihnen gewarnt wird, eine grose Anziehungskraft fur die vor ihnen zu schutzende Alterskohorte besitzen.
| year | journal | country | edition | language |
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| 2017-01-01 |