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RESEARCH PRODUCT
Orthopedists and patients under the National Socialist dictatorship
M. RauschmannKlaus-dieter Thomannsubject
business.industryMedicineOrthopedics and Sports MedicineNazismbusinessHumanitiesdescription
Die 12-jahrige nationalsozialistische Diktatur stellt einen tiefen Einschnitt in die Geschichte der Orthopadie in Deutschland dar. Die Fursorge und Behandlung wurde auf diejenigen Kranken beschrankt, bei denen die Aussicht bestand, sie wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Orthopadisch Kranke mit geistigen und seelischen Behinderungen fielen nicht mehr in die Obhut der Orthopaden und waren potenziell der Vernichtung ausgesetzt. Trotz intensiver Bemuhungen, die sich an den Themen der Jahrestagungen ablesen lassen, belasteten die politischen Rahmenbedingungen die wissenschaftlichen Leistungen. Der weitgehende Abbruch der internationalen Kontakte wirkte sich negativ aus. Beeintrachtigt wurde die Tatigkeit der Orthopaden durch das Sterilisierungsgesetz, das eine Unfruchtbarmachung bei schwerer korperlicher Missbildung vorsah. Einzelne Orthopaden sahen eine Indikation bereits bei Bestehen einer Huftdysplasie gegeben. Ausfuhrlich werden die Rollen von Georg Hohmann, Hellmut Eckhardt, Lothar Kreuz und anderer fuhrender Orthopaden dargestellt. Es kann als gesichert gelten, dass Hohmann und Eckhardt durch vorsichtiges Taktieren Schlimmeres fur die orthopadischen Patienten und das Fach verhinderten. Die ethische Problematik der Verstrickung in den Nationalsozialismus wird ausfuhrlich beleuchtet.
| year | journal | country | edition | language |
|---|---|---|---|---|
| 2001-10-01 | Der Orthopäde |