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RESEARCH PRODUCT

Die phylogenetische Reduktion des menschlichen Zahnbogens

Peter Riethe

subject

Gynecologymedicine.medical_specialtymedia_common.quotation_subjectmedicineOrthodonticsGeneral MedicineArtOral Surgerymedia_common

description

Das Ergebnis der Messungen, die das Verhaltnis der fossilen zu den rezenten Zahnbogen charakterisiert, ergibt: 1. Die Schneidezahnbreitensumme der fossilen Gruppen gegenuber den Rezenten zeigt eine geringgradige reduktion analog den adsoluten Grosenverhaltnissen der Incisivi. 2. Wahrend die Reduktion in der Transversalen das charakteristischste Merkmal darstellt, erscheint die Ober- und Unterkieferlange nur geringen Reduktionstendenzen unterworfen. OKl und UKl sind haufig gleich lang, was auf Kopfbis schliesen last. Erst bei Pala- und Neanthropinen kommt es zu Ungleichheiten der beiden Langen. 3. Der Dauergebisbogen zeigt bei allen Untersuchungsgruppen eine hominide Grundgestaltung. Bei den Prae- und Archanthropinen beobachtet man eine annahernde Parallelisierung der linken und rechten Caninus- bis Molarenreihe, wahrend die-anderen Gruppen mehr oder weniger stark in der Zahnbogenform divergieren, was auch der Index der Divergenz ausdruckt. 4. Die Variationsbreite artbestimmter Merkmale war schon bei Praehomininen ausgepragt, hat sich aber im Euhomininenkreis starker entfaltet bis zu einer Vielfalt von Zahnbogenverhaltnissen bei den rezenten Populationen. 5. Erhebliche Abweichungen von den Pont- und Korkhausschen Tabellen liegen bei den fossilen Gruppen vor. Die Rezenten fallen in die Variationsbreite von beiden. 6. Die Aufstellung einer fur die fossilen Gruppen modifizierten Pont-Korkhausschen Tabelle halten wir wegen des zur Verfugung stehenden geringen Fundmaterials fur verfehlt.

https://doi.org/10.1007/bf02286317