6533b82ffe1ef96bd1294eb6
RESEARCH PRODUCT
‚Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben‘ – Über biographische Pfade und Pfadabhängigkeiten
Detlef Garzsubject
description
Biographien als besondere Formen von sozialer Entwicklung und Bildung nehmen ihre Gestalt, so argumentiert Detlef Garz, im Wechsel von Fremdbestimmung und Eigeninitiative an. Indem sich gegenwartiges Leben aus der Vergangenheit speist und in die Zukunft gerichtet ist, bildet es jenen Zusammenhang, den wir als Lebensverlauf kennen. In diesem Aufsatz steht nun eine bestimmte Entwicklung, eine bestimmte Ablaufgestalt des Lebens, im Mittelpunkt des Interesses: die der Pfadabhangigkeit. Ausgehend von Uberlegungen in unterschiedlichen Wissens- und Wissenschaftsbereichen, wird gezeigt, dass Pfadabhangigkeit im Sinne der sukzessiven Verengung von Wahlmoglichkeiten auch fur die biographische Entwicklung zutreffen kann: Von den vielen Moglichkeiten, die zu Beginn eines Lebens zur Verfugung stehen, werden nur einige ausgeschopft, wahrend andere abgelehnt bzw. ‚vertan‘ werden. Die Wahlmoglichkeiten nehmen ab, bis hin zu dem Punkt, an dem Entscheidungen nicht mehr moglich sind. Die korperliche Konstitution (zur Eiskunstlauferin, zum Tennisspieler) oder auch die (fehlende) intellektuelle Bildung (zur Astrophysikerin oder Computerentwickler) verhindern dann, dass bestimmte Pfade noch beschritten werden konnen. Aus ‚anything goes‘ wird ‚rien ne va plus‘, was der Aufsatz gegen Ende am Beispiel der autobiographischen Entwicklung eines judischen Anwalts in der Zeit des Nationalsozialismus beschreibt.
| year | journal | country | edition | language |
|---|---|---|---|---|
| 2014-01-01 |