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Diakonie und Caritas nehmen sich der Körperbehinderten an

Klaus-dieter ThomannMichael RauschmannLudwig Zichner

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Die Industrialisierung und Verstadterung begunstigte die Entstehung “sozialer Krankheiten„. Rachitis, Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten hinterliesen nicht selten korperliche Dauerschaden. Behinderte Kinder und Jugendliche hatten weder ein Anrecht auf medizinische Therapie noch schulische Ausbildung. Ihr Weg in Armut und Elend schien vorgezeichnet. In dieser Situation nahmen sich die Innere Mission und spater die Caritas der Korperbehinderten an. Am Oberlinhaus in Nowawes bei Potsdam entstand 1886 auf Anregung des Theodor Hoppe das erste Heim fur korperbehinderte Kinder. Die Unterbringungskosten wurden von den Armenverwaltungen getragen. Der Erfolg ubertraf alle Erwartungen. Das Nowaweser Heim wurde zum Vorbild fur andere konfessionelle Heime unter anderem in Magdeburg, Kreuznach, Dresden, Angerburg (Ostpreusen), Hannover, Rostock, Stettin, Volmarstein, Zwickau, Arnstadt, Bigge, Braunschweig und Hamburg. Viele der Heime bestehen noch heute, sie haben sich zu modernen orthopadischen Kliniken entwickelt.

https://doi.org/10.1007/978-3-642-58701-6_4