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Orthopädie und Nationalsozialismus
Klaus-dieter ThomannMichael RauschmannLudwig Zichnersubject
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Die Nationalsozialisten hatten vor der Machtubernahme angekundigt, die Ausgaben fur “Minderwertige„, und hierzu rechneten sie auch die “Kruppel„, radikal zu beschneiden. In der Offentlichkeit entstand der Eindruck, die Korperbehindertenfursorge sei kunftig uberflussig. Bereits im Juli 1933 verabschiedeten sie ein Sterilisierungsgesetz, nach dem unter anderem auch Menschen mit einer “schweren erblichen Misbildung„ zu sterilisieren seien. Dem Text nach fielen in diese Gruppe viele Menschen mit angeborenen orthopadischen Leiden. Aus Sicht der Rassenhygiene lies sich damit langfristig die Zahl der orthopadisch Kranken verringern. Das Programm der Nationalsozialisten sah zugleich die Forderung der “erbgesunden Familie„ vor. Die Jugend sollte korperlich ertuchtigt und zur “aufrechten Haltung„ erzogen werden. Die nationalsozialistische Politik wirkte sich unterschiedlich auf die Orthopaden und ihre Patienten aus: Einerseits musten Korperbehinderte befurchten, von ihren behandelnden Orthopaden zur Sterilisierung vorgeschlagen zu werden. Hierdurch wurde das Vertrauensverhaltnis beeintrachtigt.
| year | journal | country | edition | language |
|---|---|---|---|---|
| 1999-01-01 |