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Grundannahmen der Biographieforschung, das Erzählen von Lebensgeschichten und die Konstruktion von narrativer Identität

Heide Von Felden

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Der Beitrag erlautert den Zusammenhang von Biographieforschung, Erzahlen und narrativer Identitat. Dabei werden die Grundannahmen der Biographieforschung mithilfe von wissenssoziologischen und poststrukturalistischen Ansatzen dargelegt. Das Erzahlen von Lebensgeschichten spielt in der Biographieforschung eine besondere Rolle, weil damit Texte produziert werden, die in ihren Erzahlstrukturen Temporalitat und Sozialitat beinhalten. Somit bieten die Erzahlstrukturen die geeignete Grundlage, Prozesse und gesellschaftliche Einflusse zu analysieren. Aus den Lebensgeschichten lassen sich daruber hinaus Identitatskonstruktionen ableiten. Indem Identitat als narrative Identitat und damit vor allem in ihrem Prozesscharakter verstanden wird, ist es moglich, die Identitat einer Person sowohl in Hinsicht auf Koharenz als auch auf Kontinuitat auszuweisen. Insofern zeigt sich die Biographieforschung als geeignetes Instrument, um Prozesse der Identitatsbildung und der Verortung des Individuums in seiner sozialhistorischen Situation zwischen Struktur und Handlungsspielraumen zu untersuchen.

https://doi.org/10.1007/978-3-658-23580-2_2