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AUTHOR
Heide Von Felden
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Bildungspolitische Tendenzen zwischen 1960 und 2015
2019
Das Kapitel gibt einen Uberblick uber die bildungspolitischen Stromungen in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1960 und 2015, zum einen, um die gesellschaftlichen Diskurse und gesetzlichen Grundlagen in ihren Entwicklungen aufzuzeigen und zum anderen, um Hintergrundwissen fur die Pragungen der Interviewpersonen aus drei unterschiedlichen Alterskohorten darzustellen. Grundsatzlich dient die Bildungspolitik der Forderung von Bildungsleistungen in der Bundesrepublik als kapitalistischer Leistungsgesellschaft. Die Instrumente unterscheiden sich je nach Phase aber sehr. Wahrend in den ausgehenden 1960er Jahren ein Burgerrecht auf Bildung eingefordert wird und ein Bildungsaufschwung mit gros…
Transitionen zwischen Studium und Beruf als Suchbewegungen
2014
In diesem Beitrag wird der Ubergang zwischen Studium und Beruf zum einen quasi „von ausen“ als bildungs- und arbeitsmarktpolitisches Phanomen auf theoretischer Ebene beleuchtet und zum anderen quasi „von innen“ prasentiert, indem zwei Interviews aus der Sicht von Berufstatigen auf einer empirischen Ebene ausgewertet werden, die retrospektiv ihren Ubergangsprozess zwischen Studium und Beruf schildern. Mithilfe des Konzeptes der Transitionen nach Welzer wird dieser Ubergangsprozess in seiner Wechselwirkung von strukturellen Bedingungen und subjektiven Wahrnehmungen gefasst.
Zum Verhältnis von Theorie und Empirie
2019
Obwohl Foucault in seinem Ansatz der Gouvernementalitat von einer Wechselwirkung von Regierungs- und Selbsttechniken ausgeht, befasst sich die Forschung bisher eher mit dem Subjektivierungsregime als mit der empirischen Untersuchung der Subjektivierung. Theoretisch geht man bei der Subjektivierung als Unterwerfung und Subjektbildung von einer Anrufung im Sinne Althussers aus, auf die das Subjekt reagiert, weil es, wie Butler interpretiert, auf Sozialitat angewiesen sei. Bei unserer empirischen Untersuchung der Rezeption der Appelle des Lebenslangen Lernens beziehen wir uns auf den Vorschlag von Andrea Buhrmann und Werner Schneider, die diskursiv vermittelte „Subjektformierungen und Subjektp…
Auswertungen der Interviews
2019
In diesem Kapitel werden die Interpretationen der neun ausfuhrlich ausgewerteten Interviews dargestellt, unterschieden nach Alterskohorten. Es werden jeweils drei Interviews der Alterskohorte der 20 bis 34 Jahrigen, der Alterskohorte der 35 bis 49 Jahrigen und der Alterskohorte der 50 bis 64 Jahrigen in ihrer Analytischen Abstraktion vorgestellt. Grundsatzlich haben wir bei der Auswertung die Aussagen der Interviewpersonen von einer analytischen Perspektive der Forschenden unterschieden und darauf die Interpretation aufgebaut. Die Rezeptionen von Appellen des Lebenslangen Lernens der Interviewpersonen werden durch ihre Biographien gerahmt, so dass Beweggrunde und Zusammenhange der Rezeption…
Selbstoptimierung als gesellschaftlicher Zwang zum Selbstzwang
2019
Die Begriffe Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung grunden in der historischen Entwicklung einer zunehmenden kulturellen Selbstdisziplinierung der Menschen westlicher Gesellschaften, die vor allem durch die Untersuchungen von Norbert Elias und Michel Foucault ins Bewusstsein gelangt sind. Norbert Elias spricht in diesem Zusammenhang von „gesellschaftlichem Zwang zum Selbstzwang“. Unter Bedingungen neoliberaler Gesellschaftsformationen wirkt dieser Selbstzwang als Instrument im Wettbewerb um berufliche und alltagliche Lebenschancen. Weil ein solcher Wettbewerb aber nicht nur Sieger, sondern auch Verlierer kennt, kann die prinzipiell grenzenlose Selbstverbesserung in ihrer Vereinseitigun…
Zum Lernbegriff in biografietheoretischer Perspektive
2008
In diesem Beitrag mochte ich Ausfuhrungen zur Bestimmung eines Lernbegriffes darlegen, der dazu geeignet ist, Lernen in biografischen Prozessen zu erfassen. Lernen ist ein Begriff, der zwar alltagsweltlich selbstverstandlich benutzt wird und augenscheinlich als bekannt vorausgesetzt werden kann, der aber je nach theoretischem Ansatz durchaus Unterschiedliches meint.
Methodologie und Methode
2019
In diesem Kapitel werden die methodologischen Grundlagen und die methodischen Umsetzungen der qualitativ-empirischen, rekonstruktiven Forschung erlautert. Die Biographieforschung verortet sich in wissenssoziologischen Ansatzen, die sich aufgrund ihres Bezuges zur alltaglichen Lebenswelt uberwiegend mit mikrosoziologischen Fragestellungen befassen und uber diesen Zugang gesellschaftliche Wirklichkeit analysieren. Rekonstruktive Forschung analysiert die sozialen Prozesse, also das „Wie“ der Herstellung gesellschaftlicher Zusammenhange. Insofern bekommen die Prinzipien rekonstruktiver Verfahren, namlich das Prinzip der Offenheit, das Prinzip der Theoriegenerierung und das Prinzip der Gegenstan…
Transformative Learning, Bildung and Biographical Research
2017
The objective of this chapter, as the title states, is to relate transformative learning and Bildung within the context of biographical research. If processes of Bildung are defined as changes of attitude towards the world and the self, which is a consensus of Bildungs-oriented biographical research in Germany, and if one agrees furthermore that transformative learning and Bildung go together with fundamental changes of the self or the identity, it is rather surprising to note that both discourses have hardly ever been related.
Das Konzept der Gouvernementalität nach Foucault
2019
In diesem Kapitel wird der Ansatz der Gouvernementalitat nach Michel Foucault vorgestellt. Er dient als gesellschaftspolitischer Ansatz, um die Wirkung der Appelle des Lebenslangen Lernens und die Rezeptionen dieser Appelle durch die Menschen in ihrem Bezug zueinander einordnen zu konnen. Um die Komplexitat des Ansatzes nachzuvollziehen, werden Foucaults Begriffe von Macht und Herrschaft, von Subjektivierung und Neoliberalismus in Unterkapiteln erlautert. In Hinsicht auf Macht und Herrschaft geht es vor allem um die Wechselwirkungen von Regierungs- und Selbsttechnologien zu einem Macht-Wissens-Dispositiv als besonders effektive Form der Regierung. Unter Subjektivierung wird besonderer Wert …
Einleitung: Erwachsenenpädagogische Übergangsforschung Lernwelten in gesellschaftlichen und biographischen Übergängen
2014
Die zentrale Botschaft und die erkenntnisleitende Fragestellung des Sammelbandes bestehen in der Einschatzung, dass sich padagogische Professionalitat in einer nachindustriell verfassten Gesellschaft der Spatmoderne von der Orientierung an normativ vorgegebenen Lernanforderungen zu losen hat und stattdessen durch ein Denken in Ubergangen charakterisiert sein muss. Der sich abzeichnende Funktionswandel lebensbegleitender Bildung wird zunachst und besonders drangend in den Praxisfeldern der Erwachsenenbildung und beruflichen Weiterbildung erkennbar und begrundet sich hier primar aus den riskanten Lebenslagen der Lernenden.
Ideal und Anpassung
2019
In diesem Beitrag steht die Interpretation eines narrativen Interviews zum Thema „Rezeption von Appellen des Lebenslangen Lernens“ im Mittelpunkt. In diesem Fall geht es darum, dass das eigene Leben unter dem Masstab einer ausschlieslich positiv verstandenen Bedeutung des Lebenslangen Lernens geschildert wird. Die Funktion dieser Schilderung liegt zum einen darin, gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen und nicht dem Bild einer Person in prekaren Verhaltnissen zu entsprechen und zum anderen, sich in der Situation der Erzahlzeit, die durch Einsamkeit, Trauer und Trennungsschmerz gepragt ist, eine Haltung zu bewahren, die das Ertragen dieser Situation ermoglicht. Als Antwort auf den Neolibe…
Grundannahmen der Biographieforschung, das Erzählen von Lebensgeschichten und die Konstruktion von narrativer Identität
2019
Der Beitrag erlautert den Zusammenhang von Biographieforschung, Erzahlen und narrativer Identitat. Dabei werden die Grundannahmen der Biographieforschung mithilfe von wissenssoziologischen und poststrukturalistischen Ansatzen dargelegt. Das Erzahlen von Lebensgeschichten spielt in der Biographieforschung eine besondere Rolle, weil damit Texte produziert werden, die in ihren Erzahlstrukturen Temporalitat und Sozialitat beinhalten. Somit bieten die Erzahlstrukturen die geeignete Grundlage, Prozesse und gesellschaftliche Einflusse zu analysieren. Aus den Lebensgeschichten lassen sich daruber hinaus Identitatskonstruktionen ableiten. Indem Identitat als narrative Identitat und damit vor allem i…
Transformationen in Lern- und Bildungsprozessen und Transitionen in Übergängen
2014
Der Beitrag wirft einen Blick auf Transformationen in Lern- und Bildungsprozessen und fragt danach, welche Rolle Transitionen als Ubergangsprozesse dabei spielen. Transformationen werden in verschiedenen Konzeptionen des Lernens und der Bildung unterschiedlich inhaltlich gefasst und aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven konzeptualisiert. Diese Unterschiede, aber auch die Ubereinstimmungen werden herausgearbeitet. Da Bildung nach Kokemohr (2007), Marotzki (1990) und Koller (2012) als Transformation (grundlegender Figuren) des Welt- und Selbstbezuges gilt, ist in diesem Zusammenhang auch interessant, wie Lernprozesse von Bildungsprozessen strukturell zu unterscheiden sind. Insofern…
Zur Erforschung von Lern- und Bildungsprozessen über die Lebenszeit aus biographieanalytischer Perspektive
2017
Die biographieanalytische Perspektive rekonstruiert Lebensgeschichten, um uber individuelle Erzahlungen den Zugang zu gesellschaftlichen Phanomenen zu erlangen. Uber Erzahltexte sind auch Lern- und Bildungsprozesse uber die Lebenszeit zu rekonstruieren, und zwar auch solche, die auf konjunktiven Erfahrungen beruhen. Der Beitrag fust auf einem phanomenologisch-sozialkonstruktivistischen Lernbegriff und weist die Kompatibilitat von Theorie, Methodologie und Methode aus. Insbesondere macht er mit einem Auswertungsverfahren bekannt, das das narrationsstrukturelle Verfahren nach Schutze modifiziert und Wert auf den Vergleich von direkten Aussagen der Erzahlenden und Strukturen des Erzahltextes l…
Lernprozesse im Erzählen.
2011
Galten Erzahlung und Erzahlen lange Zeit als Thema der Literaturwissenschaft in Form von literarischen Erzahlungen, wie dem Roman, der Novelle oder der Kurzgeschichte, so hat sich spatestens seit dem „narrative turn“ ein Bewusstsein von der dominierenden Rolle des Erzahlens im Alltag, im individuellen Denken, in der Wissenschaft, in den kulturellen Uberlieferungen der Menschen durchgesetzt. Lebensereignisse werden in Form von Geschichten dargestellt, hier werden Handlungsereignisse in eine Reihenfolge gebracht und in einem bestimmten Zusammenhang miteinander verknupft. Insbesondere fur Lebensgeschichten oder autobiographische Erzahlungen gilt, dass eine ihrer besonderen Funktionen in der su…
Das Konzept des Lebenslangen Lernens
2019
Das Konzept des Lebenslangen Lernens wird in Deutschland seit den 1990er Jahren in einer Top-Down-Strategie bildungspolitisch mithilfe von zahlreichen Dokumenten und Gutachten flachendeckend verbreitet. Insbesondere die fruhen Gutachten von Gunther Dohmen versammeln wie in einem Brennglas alle wesentlichen Argumente. Ausgehend von einem Krisenszenario wird an die Bevolkerung appelliert, alle Ressourcen des Lernens zu aktivieren und vor allem selbstgesteuert, informell und eigenverantwortlich zu lernen. Den gesellschaftlichen Herausforderungen von Globalisierung und Transformationen soll also mit individuellen Anstrengungen, aber keineswegs mit strukturellen Masnahmen begegnet werden. Unter …