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RESEARCH PRODUCT

Die Dokumentation bei großen Reihenuntersuchungen über die Entstehungsbedingungen chronischer Krankheiten

Lothar Horbach

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Fur viele Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems und fur die Krebskrankheiten sind ganze Komplexe von Einflusfaktoren atiologisch in Betracht zu ziehen. Die Wirkung solcher Einflusfaktoren kann man nicht am einzelnen Kranken nachweisen. Die Hypothese eines Zusammenhangs zwischen Faktor und Erkrankung last sich nur auf Grund genugend umfangreicher Reihenuntersuchungen statistisch prufen. Zuverlassige Resultate, insbesondere die als Voraussetzung fur das statistische Schliesen notwendige Gleichartigkeit der Erfassung in den Vergleichsgruppen, werden durch prospektive Studien erzielt (4). Die Moglichkeiten der Informationsgewinnung bei prospektiven Reihen und die Aufgaben der Dokumentation sind in dem Schema der Abb. 1 aufgezeigt. Potentielle Einflusfaktoren und Erkrankungen werden in zeitlicher Folge erfast. Ausgangspunkt ist die eingehende Erhebung der Anamnese und des Befundes am Beginn der Studie. Anamnestisch wird nach zuruckliegenden Erkrankungen, bestehenden Beschwerden ebenso wie nach Einflusfaktoren gefragt. Die Untersuchung ist auf die Erfassung von Krankheitszeichen, aber auch von Befunden ausgerichtet, die mit Einflusfaktoren mehr oder weniger eng gekoppelt sind wie z. B. Cholesterinspiegel, Ubergewichtigkeit usw. Bei den Wiederholungsuntersuchungen wird zunachst die Zwischenanamnese erhoben, die unter Umstanden durch tagebuchartige Aufzeichnungen des Probanden erganzt wird. Die Befunderhebung wird so gestaltet, das sie mit der Ausgangsuntersuchung vergleichbar ist. Neuerlich werden bei bestimmten Forschungsvorhaben volle longitudinale Untersuchungen bis zum Lebensende der Probanden ins Auge gefast. In jedem Falle erwachst die Aufgabe, bei einer sehr grosen Zahl von Probanden gleichartig exakte Informationen zu gewinnen und festzuhalten. Die Masse der Daten macht die Verwendung von Lochkarten und den Einsatz moderner Datenverarbeitungsanlagen notwendig. Open image in new window Abb. 1. Untersuchungsplan bei prospektiven Reihen

https://doi.org/10.1007/978-3-642-96034-5_68