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RESEARCH PRODUCT

Die Typologie schizophrener Psychosen im Lichte der Verlaufsbetrachtung

Werner Janzarik

subject

GynecologyPsychiatry and Mental healthmedicine.medical_specialtyPhilosophymedicinePharmacology (medical)General MedicineBiological Psychiatry

description

Seit den Tagen Kraepelins hat die typologische Betrachtungsweise im Umkreis der Schizophrenien erheblich an Boden verloren. Der Beweis, das eine Typologie schizophrener Psychosen uberholt ist, steht indessen noch aus. Eigene Untersuchungen an 100 schizophrenen Anstaltsinsassen mit annahernd lebenslangen Krankheitsverlaufen gelten der Frage, ob im Ablauf der Zeit Konstanz oder Wandel der Typen uberwiegen. Von einigen Verlaufen abgesehen, die Jahrzehnte hindurch die kataton-dranghafte Form bewahren, steht bei den hier in erster Linie erfasten deletaren und chronischen Psychosen der wahnhaft-halluzinatorische Typus so sehr im Mittelpunkt, das Verlaufe, die nicht durch ihn hindurchfuhren, praktisch vernachlassigt werden konnen. Im ubrigen dominiert nicht die Konstanz sondern die Wandelbarkeit der Typen. Bei der Gestaltung schizophrener Symptomatik wirken zusammen rezidivierende psychotische Einbruche, bleibende Veranderungen in der Sphare des Emotionalen und Intentionalen und eine grundsatzliche Umorientierung des Kranken. Diesen drei Komponenten entsprechen die katatondranghaften Episoden, die blande Wesensveranderung und der paranoische Wahn als Extremvarianten in verschiedenen Richtungen, zwischen denen zahllose Ubergange liegen.

https://doi.org/10.1007/bf00356096