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Die Intensivmedizin in der Sicht des Personals - Ausgangspunkt von Störungen im Intensiv-Team und Faktor des Qualitätsmanagements
2000
Intensivmedizinische Masnahmen werden von den Patienten, den Angehorigen und dem Personal unterschiedlich bewertet. Ein mangelndes Verstandnis fur die Intensivtherapie kann zu einer negativen Einstellung zur Intensivmedizin fuhren, deren Bild in der Offentlichkeit pragen und die Identifikation der Mitarbeiter mit der Intensivmedizin storen.¶ Zur Objektivierung fuhrten wir auf unserer Intensivstation eine Befragung zur medizinischen Technik, zur raumlichen Umgebung, zu allgemeinen medizinischen Fragen und zum Ausmas der intensivmedizinischen Therapie bei 40 Mitarbeitern (11 Arzte, 23 Pflegekrafte, 6 Beschaftigte des Hilfspersonals) durch. Die Dauer der Beschaftigung auf der Intensivstation r…
Prähospitale und inhospitale Wiederbelebung: Neuere Konzepte?
1999
Fur die Reanimation nach Herzkreislaufstillstand ist nur „evidence based“, das – mit Sauerstoff die Oxigenierung verbessert, – mit elektrischer Defibrillation Kammerflimmern beendet – und mit Thorax- bzw. Herzkompression nach Asystolie/PEA ein perfundierender Rhythmus wiederhergestellt werden kann. Alle anderen Masnahmen der Kardiopulmonalen Reanimation werden in Frage gestellt. Derzeit sind grundsatzlich neuartige „evidence based“ Konzepte der CPR fur die pra- bzw. innerklinische Praxis nicht erkennbar. Ansatze zur Verbesserung der Reanimationsergebnisse bieten allenfalls: 1. Die Elimination oder zumindestens deutliche Ruckstufung des PulseCheck zur Zeitersparnis. 2. Bei Schnappatmung ggfl…
Patienten-Daten-Managementsysteme in der Intensivtherapie
1998
Ein PDMS (Patient Data Management System) ist ein fur die Intensivtherapie spezialisiertes EDV-System mit einer Funktionalitat, die Dokumentation wahrend der Intensivtherapie im weitesten Sinne beinhaltet. PDMS werden vor allem zur prazisen Darstellung des medizinischen Verlaufes einerseits und zur Erfassung von Qualitats- und Kostenfaktoren andererseits angewendet. Die Aufgaben lassen sich trennen in solche allgemeiner Art wie stationsbezogene Patientenverwaltung, Behandlungsplanung, Pflegeplanung, Qualitatssicherung, Kostenkalkulation und in Aufgaben, die die bettseitige Dokumentation beinhalten wie Behandlungsdokumentation (Verlaufskurve), Pflegedokumentation, Trenddokumentation. Eine be…
Akute Medikamenten-Vergiftungen - Neue Ergebnisse und Trends (1996-1998)
1999
In der folgenden Arbeit wird ein update uber die aktuelle klinisch toxikologische Literatur der Jahre 1996–1998 gegeben. Magenspulung und induziertes Erbrechen werden zunehmend zuruckhaltender eingesetzt. Die Indikation wird auf Vergiftungen mit potentiell lebensbedrohlichen Mengen an Substanz beschrankt, wenn die Masnahme innerhalb eines Zeitfensters von 60 Minuten durchfuhrbar ist. In verstarktem Mase kommt die Kohle-Diarrhoe-Therapie zum Einsatz. Die repetitive Gabe von Kohle scheint bei Praparaten mit verzogert freisetzendem Wirkstoff Vorteile zu bieten, insgesamt ist die Bewertung noch uneinheitlich.
Optimale und kritische Hämoglobinkonzentration beim Intensivpatienten – aus pathophysiologischer Sicht
1998
Als Ergebnis einer kritischen Analyse theoretischer Uberlegungen, experimenteller Befunde und klinischer Erfahrungen bezuglich einer optimalen oder kritischen Hamoglobinkonzentration eines Intensivpatienten wird ein Optimalwert von 10±2 g/dl vorgestellt, der als Folge einer Hamodilution, welcher Ursache auch immer, keiner Korrektur durch Hamotherapie bedarf. Eine Transfusion von Erythrozyten im Hb-Konzentrationsbereich von 7 bis 10 g/dl macht eine Begrundung erforderlich, d.h. die Transfusion ist nur bei nachgewiesenen Symptomen einer generellen oder lokalen Hypoxie gerechtfertigt. Diese Angaben gelten fur einen normoxischen, normovolamischen und normothermen Patienten.
Inhomogenität der linksventrikulären Kontraktion unter der Beatmung mit positiv-endexspiratorischem Druck
1998
Anhand dieser Untersuchung sollte die Auswirkung der Beatmung mit positivem enddiastolischem Druck auf das regionale Kontraktionsverhalten des linken Ventrikels mittels transosophagealer echokardiographischer Messungen gezeigt werden. Das Kollektiv bestand aus 17 intensivpflichtigen Patienten, die wegen einer akuten respiratorischen Insuffizienz beatmet werden musten. Bei allen Patienten wurden fortlaufende transosophageale Querschnittsmessungen des linken Ventrikels in der kurzen Achse unter ZEEP (Zero End-Expiratory Pressure), dann uber 5 min unter PEEP 16 und anschliesend wieder uber 5 min nach Abschalten von PEEP 16 cm H2O registriert. Bei funf Patienten wurde der gleiche Mesvorgang auc…
Suizidversuch mit einem klinischen Desinfektionsmittel
1998
Die orale Aufnahme von 50 – 300 ml Lysoformin 3000, einem glutaral-, glyoxal- und didecyldimethylammoniumchloridhaltigen Desinfektionsmittels, verursachte bei einer 31jahrigen Frau schwere Koagulationsnekrosen im oberen Gastrointestinal- und gesamten Respirationstrakt. Im Verlauf von 86 Tagen waren die Schaden in Osophagus und Magen fast vollstandig reversibel, wahrend in Lunge und Bronchialsystem weiterhin Ventilations- und Perfusionsstorungen fortbestehen. Die Schleimhautschaden sollten zur Anderung der toxikologischen Bewertung des Praparates fuhren. Lysoformin 3000 sollte als „Atzend an Haut und Schleimhauten“ eingestuft werden.
Struktur- und Ergebnisqualit�t eines Rettungssystems
1997
Ziel dieser Untersuchung war es zu klaren, ob die Struktur des Mainzer Rettungssystems eine flachendeckende und fristgerechte Versorgung von Notfallpatienten gewahrleistet. Daruber hinaus wurde der Einflus infrastruktureller Faktoren des Stadtgebietes sowie der Reanimation durch Ersthelfer auf Struktur- und Ergebnisqualitat untersucht. Das zu untersuchende System versorgt 190 000 Einwohner auf einer Flache von 80 km2 mit Hilfe von 4 Rettungs- (RTW) und 1 Notarztwagen (NAW), die in einem gestaffelten System mit den Moglichkeiten eines Fruhdefibrillationsprogramms fur Rettungsassistenten eingesetzt werden.
Akute Ingestionsvergiftungen bei Erwachsenen: Kritische Analyse prim�rer Eliminationsmethoden
1998
In der vorliegenden Arbeit werden Publikationen zur Effektivitat von primaren Entgiftungsmasnahmen kritisch analysiert. Die induzierte Emesis erbringt gegenuber der Therapie mit aktivierter Kohle keine Vorteile und scheint verzichtbar zu sein. Die Darmspulung konnte eine interessante Alternative darstellen, wenn deren Bedeutung noch evaluiert werden kann. Die vorliegenden Untersuchungen unterstreichen den hohen Stellenwert einer fruhzeitigen Kohletherapie (unter Berucksichtigung der Kontraindikationen). Auch wenn eine Magenspulung geplant ist, sollte im Vorfeld aktivierte Kohle zugefuhrt werden, da diese innerhalb von Sekunden ihre adsorbierende Wirksamkeit entfaltet. Die entgiftende Kapazi…
Perorale Intoxikationen mit Betablockern Eine klinisch-epidemiologische Studie und Stand der Therapie
1997
Vergiftungen mit Betablockern sind intensivmedizinisch relevant und imponieren vorwiegend mit Bradykardie, Hypotonie und neurologischen Symptomen. Vorliegende Arbeit untersucht 244 Intoxikationen mit Betablockern aus den Jahren 1986 bis 1996. Die Auswertung wurde anhand des speziellen follow up-Systems der Beratungsstelle bei Vergiftungen der Universitatsklinik Mainz vorgenommen. Im Kindesalter ist bei akzidentell eingenommenen Mengen von 1–2 Einzeldosen (insg. 320 mg) eines Betablockers nur mit geringen oder keinen Symptomen zu rechnen und hinsichtlich primarer Giftentfernung (Erbrechen, Magenspulung) Zuruckhaltung zu empfehlen. Eine eindeutige Beziehung zwischen Menge der aufgenommenen Su…